FAQ
Häufige Fragen
27 Antworten, sortiert nach Themen: Verfahren, Ablauf, Einführung im Unternehmen, Ausbildung und Lizenzen sowie Technik und Datenschutz.
Verfahren
Was KODE® ist – und was nicht
Was genau misst KODE®?
Handlungsfähigkeit in offenen Situationen – also die Fähigkeit, dort sinnvoll zu handeln, wo es keine fertige Anleitung gibt. KODE® bietet dafür zwei Messverfahren an: KODE® Core misst die vier Basiskompetenzen und zeigt, wie eine Person ihre Kompetenzen einschätzt – auf Wunsch ergänzt um die Wahrnehmung anderer. KODE® Select misst ausgewählte Teilkompetenzen entlang Ihres eigenen Kompetenzmodells und zeigt, wie eine Person gegenüber den unternehmensspezifischen Anforderungen wahrgenommen wird.
Nicht gemessen werden Wissen, Intelligenz oder Persönlichkeitsmerkmale. Dafür gibt es andere, geeignetere Verfahren.
Ist KODE® ein Persönlichkeitstest?
Nein. Persönlichkeitseigenschaften sind über Jahre stabil – das ist ihr Konstruktionsprinzip. Kompetenzen sind entwickelbar, sonst wäre Personalentwicklung sinnlos.
Vergleichsuntersuchungen mit etablierten Verfahren, zum Beispiel dem Bochumer Inventar (BIP), zeigen keine konkurrierenden Erklärungsüberschneidungen: Die Verfahren messen getrennte Bereiche und können sich ergänzen, sich aber nicht ersetzen.
Worin unterscheiden sich KODE® Core und KODE® Select?
KODE® Core misst die vier Basiskompetenzen und zeigt, wie eine Person ihre Kompetenzen einschätzt – auf Wunsch ergänzt um die Wahrnehmung anderer. KODE® Select misst entlang Ihres eigenen Kompetenzmodells und zeigt, wie eine Person gegenüber den unternehmensspezifischen Anforderungen wahrgenommen wird.
Kann man sich beim Ausfüllen verstellen?
Vollständig verhindern lässt sich das bei keinem Selbsteinschätzungsverfahren. KODE® Core erschwert es durch das Rating: Man kann nicht überall zustimmen, sondern muss sich zwischen Aussagen entscheiden. Bei KODE® Select sind die Fremdeinschätzungen von 90° bis 360° ein wirksames Korrektiv.
Wirksamer als jede technische Hürde ist der Zweck: Wo klar ist, dass das Ergebnis der Entwicklung dient und nicht der Selektion, gibt es wenig Anlass, sich besser darzustellen als man ist.
Wie wissenschaftlich belegt ist das Verfahren?
KODE® wurde mehrfach auf Objektivität, Reliabilität und Validität geprüft: rund 95 Prozent Auswerterübereinstimmung, Reliabilitätswerte zwischen 0,65 und 0,87, eine Wiederholungsmessung nach zwei Jahren bei 0,83 von maximal 1,0.
Alle Kennwerte, Stichproben und Originalquellen finden Sie auf der Seite zu Erpenbeck & Heyse.
Ersetzt KODE® unser Beurteilungssystem?
Nein, und das ist Absicht. Eine Leistungsbeurteilung blickt zurück und bewertet Ergebnisse. Ein Kompetenzprofil blickt nach vorn und beschreibt Entwicklungsmöglichkeiten. Beides sollte getrennt bleiben – sonst wird aus dem Entwicklungsinstrument ein Bewertungsinstrument, und die Offenheit im Gespräch geht verloren.
Ablauf
Messung, Auswertung, Gespräch
Wie lange dauert die Beantwortung?
Für KODE® Core benötigen die meisten Teilnehmenden etwa 20 Minuten; 96 Items werden in einem Rating-Verfahren abgefragt. Für KODE® Select rechnen wir mit 20 bis 30 Minuten. Wichtig ist eine ruhige Umgebung: Das Verfahren funktioniert schlecht zwischen zwei Terminen.
Ist das Auswertungsgespräch wirklich nötig?
Ja – und dafür gibt es Zahlen. In einer Längsschnittuntersuchung (N = 217) erkannten sich 89 Prozent der Befragten erst nach einem mündlichen Gespräch in ihrem Ergebnis wieder. Sechs Monate später hatten 69 Prozent tatsächlich versucht, das Besprochene umzusetzen.
Ohne Gespräch bleibt eine Messung folgenlos. Deshalb ist es bei uns fester Bestandteil und keine Zusatzleistung.
Wer sieht meine Ergebnisse?
Das legen Sie vor dem Start fest und kommunizieren es transparent. Üblich ist: Die Person selbst und die auswertende Coachin sehen das vollständige Profil; die Organisation sieht aggregierte Auswertungen ohne Einzelzuordnung.
Wir raten dringend davon ab, diese Frage offen zu lassen. Unklarheit darüber ist der häufigste Grund, warum Kompetenzprojekte an Akzeptanz verlieren.
Wie oft sollte gemessen werden?
Eine zweite Messung nach sechs bis zwölf Monaten hat sich bewährt. Früher ist wenig sinnvoll, weil Kompetenzentwicklung Zeit braucht; deutlich später verliert der Bezug zu den vereinbarten Maßnahmen an Schärfe.
Was ist der Unterschied zwischen 90° und 360°?
90° bedeutet Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung durch die Führungskraft. Beim 180°-Feedback kommen die Mitarbeitenden der eingeschätzten Führungskraft hinzu. Bei 270° zusätzlich gleichgestellte Kolleginnen und Kollegen. Beim 360° auch externe Partner, zum Beispiel Kundinnen und Kunden.
Mehr Perspektiven bedeuten mehr Aufwand und mehr Vertrauensbedarf – nicht automatisch mehr Erkenntnis. Für den Einstieg reicht oft 90°.
Was passiert, wenn ein Ergebnis nicht passt?
Dann ist das ein Ergebnis, kein Fehler. Ein Profil, in dem sich jemand nicht wiedererkennt, ist der Anfang des Gesprächs, nicht sein Ende – häufig zeigt sich dabei, dass Selbstbild und Rollenerwartung auseinanderlaufen.
„89 Prozent der Befragten erkannten sich in ihrem Ergebnis wieder – aber erst nach einem mündlichen Auswertungsgespräch. Der Bericht allein reichte nicht.“
Längsschnittuntersuchung 2002–2007, N = 217
Einführung
Im Unternehmen starten
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich das?
Es gibt keine Mindestgröße. Entscheidend ist die Frage, nicht die Mitarbeiterzahl: Wer eine Nachfolge vorbereitet, ein Führungsteam entwickelt oder eine Reorganisation vor sich hat, profitiert auch mit 40 Mitarbeitenden.
Was sich unterscheidet, ist der Zuschnitt: Kleinere Organisationen starten meist mit einer Gruppe, größere mit einem Pilotbereich und einem eigenen Kompetenzmodell.
Brauchen wir ein eigenes Kompetenzmodell?
Für den Einstieg nicht. Der KompetenzAtlas mit seinen 64 Teilkompetenzen ist eine vollständige, erprobte Grundlage – damit lässt sich sofort arbeiten.
Sobald Kompetenzen in Auswahl, Entwicklung und Nachfolge verbindlich werden sollen, lohnt ein eigenes Modell: acht bis sechzehn Kompetenzen, je Rolle gewichtet, abgeleitet aus dem, was bei Ihnen tatsächlich erfolgreich macht.
Wie lange dauert die Einführung?
Eine erste Messgruppe lässt sich innerhalb weniger Wochen aufsetzen. Ein unternehmensweites Kompetenzmodell mit Soll-Profilen braucht länger – realistisch sind mehrere Monate, weil die inhaltliche Abstimmung und nicht die Technik den Takt vorgibt.
Wie holen wir den Betriebsrat ins Boot?
Früh und mit klaren Zusagen. Erfahrungsgemäß entscheiden drei Punkte: Wird das Ergebnis für Entwicklung oder für Selektion genutzt? Wer sieht welche Daten? Und ist die Teilnahme freiwillig?
Wer diese drei Fragen schriftlich beantwortet, bevor die erste Einladung verschickt wird, hat den größten Teil der Diskussion bereits gelöst.
Was kostet das?
Die Leistungspakete sind gestaffelt, abhängig von der Unternehmensgröße. Was in den Stufen Essential, Advanced und Excellence jeweils enthalten ist, steht auf der Seite Leistungspakete.
Was ist die kostenfreie IST-Analyse?
Ein Gespräch von rund 30 Minuten: Wo steht Ihre Organisation im Umgang mit Kompetenzen, welche Frage drängt, welcher nächste Schritt wäre sinnvoll. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung – auch dann, wenn KODE® dafür nicht das passende Mittel ist.
Ausbildung
Lizenzen und Zertifizierung
Wer darf KODE® einsetzen?
Auswertungen und Rückmeldegespräche sind lizenzierten KODE® KompetenzCoaches vorbehalten. Das ist keine formale Hürde, sondern eine Qualitätsfrage: Ein Kompetenzprofil lässt sich leicht fehlinterpretieren, wenn die Systematik dahinter nicht vertraut ist.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Die Lizenzausbildung zum KODE® KompetenzCoach umfasst drei Tage. Termine für 2026 und 2027 finden Sie auf der Seite der KODE® Academy.
Lohnt sich eine interne Lizenz oder externe Begleitung?
Faustregel: Wer dauerhaft und in Breite mit Kompetenzen arbeiten will, baut die Kompetenz im eigenen Haus auf. Wer ein einmaliges Projekt hat – etwa eine Nachfolgerunde – fährt mit externer Begleitung schneller und günstiger.
Kann ich KODE® als selbstständige Beraterin nutzen?
Ja. Ein großer Teil der lizenzierten Coaches arbeitet selbstständig – in Coaching, Outplacement, Teamentwicklung oder Beratung. Die Lizenz ist personengebunden.
Technik & Datenschutz
Plattform, Daten, Integration
Wo werden die Daten gespeichert?
Die KODE® Diagnostics-Plattform wird DSGVO-konform betrieben. Details zu Speicherort, Auftragsverarbeitung und Löschfristen halten wir in der Auftragsverarbeitungsvereinbarung fest – fragen Sie diese vor dem Start an, Ihre Datenschutzbeauftragten werden danach fragen.
Wie lange werden Ergebnisse aufbewahrt?
Das legen Sie als verantwortliche Stelle fest. Sinnvoll ist eine Frist, die eine Nachmessung erlaubt – also mindestens zwölf bis vierundzwanzig Monate – und danach eine automatische Löschung.
Lässt sich KODE® an unser HR-System anbinden?
Grundsätzlich ja – wie genau, hängt vom eingesetzten System und vom gewünschten Datenfluss ab. Bringen Sie diese Frage ins Erstgespräch mit, dann prüfen wir sie konkret statt pauschal.
In welchen Sprachen liegt das Verfahren vor?
Neben Deutsch stehen weitere Sprachfassungen zur Verfügung. Welche das für Ihren Anwendungsfall sind, klären wir im Erstgespräch – bei internationalen Rollouts ist auch die kulturelle Passung der Begriffe ein Thema, nicht nur die Übersetzung.
Ist die Teilnahme freiwillig?
Wir empfehlen es nachdrücklich. Eine erzwungene Selbsteinschätzung liefert schlechtere Daten als eine freiwillige – und beim Kernnutzen, der Entwicklungsbereitschaft, ist Zwang ohnehin kontraproduktiv.

Lieber ein Gespräch als eine E-Mail?
In 30 Minuten klären wir Ihr Ziel, prüfen den passenden Einstieg und Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung.
