Was versteht man eigentlich unter Interventionskompetenz?
Wie die Forschungsarbeit zu Beratungskompetenzen für Mediation, Coaching und Supervision gezeigt hat, ist Interventionskompetenz ein bedeutender Erfo…
Weiterlesen„Für eine Langzeitstudie haben wir insgesamt ca. 15.000 Berater*innen gefragt, welche Beratungskompetenzen sie für ihre tägliche Arbeit benötigen.“ Die Ergebnisse bilden die Grundlage für den 14. Band der Fachbuchreihe „Kompetenzmanagement in der Praxis“ und klären, was professionelle Beratungskompetenz ausmacht.

Das Wichtigste auf einen Blick
Die professionelle Ausübung begleitender Beratung erfordert besondere Kompetenzen. Das neue Fachbuch „Beratungskompetenzen für Mediation, Coaching und Supervision“ behandelt nicht nur die erforderlichen Kompetenzen, sondern bietet auch Hintergrundwissen und praktische Anregungen zur Weiterentwicklung beraterischen Handelns.
Im KODE®-Verständnis bedeutet Beratung professionelle Begleitung, die Klient*innen einen selbstorganisierten Zugang zu ihren eigenen Kompetenzen ermöglicht. Die zugrunde liegende beraterische Haltung lautet: „Ich begleite Dich, damit Du es selbst tun kannst.“ Dieses Prinzip vereint verschiedene Disziplinen wie KODE®-Beratung, Mediation, Supervision und Coaching. Die professionelle Ausübung begleitender Beratung verlangt spezielle Kompetenzen.
In einem internationalen Forschungsprojekt (D-A-CH-LI) wurden 2021 in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden der vier Länder ca. 9.000 Mediator*innen mit dem Verfahren KODE®X nach Schlüsselkompetenzen für professionelle Begleitung und zukunftsfähige Beratung befragt. Die Auswertung und Interpretation erfolgte mit der Universität Graz (DDrin. Sonnleitner, Prof. Ferz), der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Profin. Lenz) und der Steinbeis University Berlin (SIBE, Prof. Erpenbeck). Die Ergebnisse werden von den Expertinnen und Experten im nunmehr 14. Band der Fachbuchreihe ausführlich besprochen.
Das besonders Interessante daran: Bereits 2010 wurden ca. 6.000 Mitglieder von Verbänden für Mediation (D-A-CH) in einer inhaltsgleichen Umfrage befragt. Mit Hilfe des KODE® KompetenzAtlas, den John Erpenbeck und Volker Heyse entwickelt haben, wurden relevante Schlüsselkompetenzen für die Mediation ermittelt.
Beide großangelegten Umfragen ermöglichen nun eine Langzeitbetrachtung. Sie macht deutlich, wie sich die Beratungskompetenzen in den zwölf Jahren zwischen den beiden Befragungen verändert haben. Welche Auswirkungen hatten beispielsweise die verschiedenen Krisen der letzten Jahre?
Für Fachleute überraschend ist es nicht, dass größtenteils Schlüsselkompetenzen benannt wurden, die den Personalen (P) oder Sozial-kommunikativen (S) Basiskompetenzen zugeordnet werden können. Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit (S) oder Verständnisfähigkeit (S) erscheinen ebenso prominent im Ranking wie Glaubwürdigkeit (P) oder Ganzheitliches Denken (P).
Darüber hinaus konnte die Auswertung eindeutig zeigen, dass begleitend-beratende Professionen die Meta-Kompetenz Empathiefähigkeit grundlegend benötigen. „Fühlen sich die Klient*innen durch die Begleiter*in nicht wirklich verstanden, entziehen sie dieser den Auftrag, die Beratung scheitert.“
Neben einer gut entwickelten Fähigkeit zu kritischer Selbstreflexion kristallisieren sich zwei Kompetenzen für professionelle Beratung deutlich als wesentliche Erfolgsfaktoren heraus:
1. Eine besondere Diagnostische Kompetenz, die es der Berater*in ermöglicht, „den vorliegenden Fall in allen seinen Besonderheiten und Kontexten umfassend zu verstehen.“ Dabei kommt es nicht nur auf den Sachverhalt selbst an, sondern vor allem auch auf alles jenes, was zwischen den Zeilen steht oder was nicht gesagt ist.
2. Zum anderen ist eine besondere Interventionskompetenz maßgeblich, „die das selbstorganisierte Handeln der Klient*innen anregt und herausfordert, ohne diese dabei zu bevormunden oder zu überfordern.“
KODE® veröffentlichte im Kompetenz-Blog ausführliche Artikel zu diesen beiden elementaren Erfolgskompetenzen für die Beratung.
Das Buch „Beratungskompetenzen für Mediation, Coaching und Supervision“ erschien im November 2022 im Waxmann-Verlag. Zunächst profitierten Leser*innen von einem vergünstigten Subskriptionspreis, der das Buch für 24,00 Euro statt 29,90 Euro ermöglichte. Bestellungen nimmt der Verlag formlos unter order@waxmann.com entgegen.
Zu den Autor*innen gehören: Karl Kreuser, Karin Sonnleitner, Cristina Lenz, Sascha Ferz, Yvonne Hofstetter Rogger und Thomas Robrecht.
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