3-Zonen-Modell: Warum Unternehmen Mitarbeitende aus der Komfortzone schubsen müssen
Kompetenzentwicklung findet nur dann statt, wenn wir uns aus der Komfortzone wagen. Das 3-Zonen-Modell veranschaulicht, in welchem Zustand wir uns bef…
WeiterlesenDie Zukunft des Recruitings ist kompetenzbasiert. Wer die Kompetenzen von Bewerberinnen und Bewerbern in den Mittelpunkt stellt, trifft effizientere, erfolgreichere und nachhaltigere Personalentscheidungen. Wir erklären, was kompetenzbasiertes Recruiting ist und wie es funktioniert.

Das Wichtigste auf einen Blick
In einer von Digitalisierung, Globalisierung und Dekarbonisierung geprägten Arbeitswelt ist es nicht mehr nur das Wissen, das Menschen erfolgreich macht. Um mit der immer schneller und komplexer werdenden Welt mithalten zu können, kommt es in erster Linie auf Kompetenzen an – also auf die Fähigkeit, vorhandenes und heute leicht beschaffbares Wissen zielgerichtet anzuwenden.
Zugleich wird immer mehr Organisationen klar: Formale Qualifikationen sagen kaum etwas über die Kompetenzen aus, die Menschen besitzen. Denn die Bildung in Deutschland ist vor allem auf Wissensvermittlung ausgerichtet. Es reicht also längst nicht, Abschlüsse und Zertifikate zu vergleichen.
Beim kompetenzbasierten Recruiting – auch als Skill-based Hiring oder Skills-first-Ansatz bekannt – liegt der Fokus im Auswahlprozess auf den Fähigkeiten der Bewerbenden. Ziel ist es, exakt die Person zu identifizieren, die sich mit ihrem Kompetenzprofil am besten für eine bestimmte Rolle eignet. Getreu dem KODE® Motto: jeder an seinem Platz.
Damit unterscheidet es sich deutlich von klassischen Auswahlprozessen, die primär Qualifikationsnachweise zur Grundlage nehmen. Dort wird bewertet, welche Ausbildung jemand besitzt oder bei welchen Organisationen er zuvor beschäftigt war. Nicht das Kompetenzprofil, sondern der Lebenslauf hat Priorität.
In vielen Unternehmen, Behörden und Institutionen wird nach wie vor nach Papierlage beurteilt: Wer vermittelt anhand der Unterlagen den besten Eindruck, wer bringt die meisten Qualifikationen mit? Der Blick geht nach hinten. Beim Skill-based Hiring geht er nach vorn: Welche Fähigkeiten bringt jemand mit, um jetzige und künftige Herausforderungen zu meistern?
Es geht darum, die Person einzustellen, die tatsächlich die besten Erfolgsaussichten auf der zu besetzenden Stelle hat. Ehrlicherweise war das noch nie zwangsläufig die Person mit dem besten Hochschulabschluss oder dem klangvollsten Titel.
Fachwissen ist nur eine Dimension – wenn auch eine unverzichtbare. Mindestens genauso wichtig sind die Kompetenzen: die zwischenmenschlichen Fähigkeiten, mit denen wir unsere Arbeit Tag für Tag meistern. Dazu zählen Disziplin, Anpassungsfähigkeit, Kommunikation, Teamfähigkeit und Problemlösungsfähigkeit.
Abschluss und Kompetenz dürfen nicht verwechselt werden. Ob in der Schule, in der Berufsausbildung oder im Studium – der Schwerpunkt liegt hierzulande auf der Vermittlung von Wissen. Für die Entwicklung personaler, methodischer, sozialer oder kommunikativer Kompetenzen bleibt kaum Zeit. Dabei kommt es auf genau diese stärker an denn je.
Nur weil jemand ein mehrjähriges Studium abgeschlossen hat, bringt er nicht automatisch Führungskompetenzen mit. Nehmen Sie die Bedarfsanalyse deshalb zum Anlass, die formalen Anforderungen zu hinterfragen: Ist der geforderte Bildungsgrad noch angemessen – oder ein unnötiges Hindernis auf einem angespannten Personalmarkt? Gleiches gilt für die häufig rein quantitativ betrachtete Berufserfahrung.
Indem Personen nicht von vornherein durch Qualifikationsanforderungen ausgeschlossen werden, vergrößert sich die Zahl potenzieller Bewerbender. Gerade in Zeiten des Personalmangels eine Chance, geeignete Menschen zu finden, die sonst durch das Raster gefallen wären.
Durch die Fokussierung auf die benötigten Kompetenzen lassen sich Menschen anhand jener Fähigkeiten bewerten, die für die Bewältigung der Aufgaben tatsächlich erforderlich sind. So werden teure Fehlbesetzungen vermieden, die in der Regel ein neues Einstellungsverfahren nach sich ziehen.
Wer die notwendigen Kompetenzen mitbringt, versteht den neuen Aufgabenbereich besser, ist schneller einsatzfähig und im Alltag produktiver, weil Fähigkeiten und Anforderungen übereinstimmen.
Der Blick auf Fähigkeiten statt auf Herkunft und Stationen reduziert Vorurteile. So entstehen Teams, die sich in ihren Kenntnissen ergänzen, solidere Entscheidungen treffen und schneller Lösungen finden.
Je besser jemand auf eine Position passt, desto länger bleibt die Person. Mitarbeitende entfalten sich gemäß ihren Fähigkeiten und teilen häufiger die Werte, die Ihre Kultur ausmachen. Das Ergebnis: geringere Fluktuation, weniger Fehlzeiten – und nebenbei eine attraktivere Arbeitgebermarke.
Zuerst müssen Sie die Kompetenzen analysieren und benennen, die für den Erfolg in der Rolle notwendig sind. Viele Unternehmen besitzen Job-Profile mit Aufgaben und Verantwortlichkeiten – die Anforderungen beschränken sich darin aber häufig auf den formalen Bildungsabschluss. Kompetenzanforderungen fehlen meist.
Wir empfehlen, die wichtigsten Kompetenzen und Werte für eine Stelle im Team zu definieren: mit der Führungskraft, die Verantwortung für die Position trägt, und mit aktuellen Stelleninhabenden. Sie wissen am besten, welche Hard und Soft Skills die täglichen Aufgaben verlangen. Andere Abteilungen mit Schnittmenge können beratend hinzugezogen werden; ihre Außenwahrnehmung liefert oft wertvolle Impulse.
Konzentrieren Sie sich auf jene Fähigkeiten, die für die Stelle spezifisch und wirklich notwendig sind. Nehmen Sie keine Skills auf, die Sie sich nur wünschen würden – das käme einer Überqualifizierung gleich. Beschränken Sie sich auf acht bis zehn relevante Kompetenzen. Je mehr es werden, desto hilfreicher ist es, sie zu gewichten und zu gruppieren: Was muss jemand mitbringen, was lässt sich später entwickeln?
Mit KODE® und KODE®X können Sie außerdem einen Soll-Korridor je Kompetenz festlegen und damit definieren, wie stark eine Kompetenz ausgeprägt sein sollte. Auch das hilft, unnötig hohe Anforderungen zu vermeiden. Und weil sich Prozesse und Anforderungen ändern, gehört regelmäßig überprüft, ob die definierten Schlüsselkompetenzen noch aktuell sind.
Veraltetes, bildungszentriertes Recruiting lässt sich meist schon an der Stellenanzeige erkennen – kompetenzbasiertes ebenso. Die Anzeige ist in der Regel der erste Berührungspunkt mit Ihrem Unternehmen. Machen Sie dort deutlich, was Ihnen wichtig ist.
Statt mit Abschlüssen und Qualifikationen hohe Hürden zu schaffen, kommunizieren Sie in erster Linie die erforderlichen Kompetenzen. Damit ermutigen Sie eine größere Gruppe qualifizierter Menschen zur Bewerbung – auch solche, die ihre Fähigkeiten auf nicht-traditionellen Wegen erworben haben.
Nun werden die definierten Bedürfnisse des Unternehmens mit den Fähigkeiten der Kandidatinnen und Kandidaten abgeglichen. Um die Kompetenzausprägung einschätzen zu können, müssen im Gespräch gezielte Fragen gestellt werden. KODE®X ermöglicht es, Sollprofile mit den zuvor als relevant identifizierten Kompetenzen anzulegen; eine Vielzahl an Meta-Kompetenzsollprofilen, etwa Vertriebs- und Verhandlungskompetenz, ist bereits enthalten.
Das Modul KODE® Interview wurde speziell für Bewerbungsgespräche entwickelt. Es enthält zu jeder Kompetenz verhaltens- und situationsorientierte Fragen, mit denen sich herausfinden lässt, wie sich eine Person in bestimmten Arbeitssituationen verhalten würde. Sie schätzen die Antwort auf einer vorgegebenen Skala ein, daraus ermittelt die Software die Kompetenzausprägung und stellt sie grafisch dar – das erleichtert den Vergleich verschiedener Bewerbender.
Der Prozess muss sich dabei nicht auf Vorstellungsgespräche beschränken. Assessment Center sind seit jeher eine gute Möglichkeit, Kompetenzen und Talente in praktischen Aufgaben und Simulationen zu entdecken – vor allem dann, wenn künftige Führungskräfte gesucht werden.
Nach den Gesprächen gilt es, die Kompetenzlücken zu analysieren. Klar ist: Kaum jemand bringt exakt die definierten Ausprägungen mit. Das ist auch nicht nötig, denn Kompetenzen lassen sich im Arbeitsalltag trainieren und entwickeln. Fehlende oder schwach ausgeprägte Kompetenzen können durch individuelle Entwicklungsmaßnahmen ausgebaut werden.
Personalentwicklung ist selbst dann unverzichtbar, wenn jemand perfekt auf das Sollprofil passt. Aufgaben und Anforderungen verändern sich schneller denn je – die notwendigen Kompetenzen sind nicht in Stein gemeißelt.
Kompetenzbasiertes Recruiting ist ein unverzichtbarer Bestandteil einer zeitgemäßen HR-Strategie. Es ermöglicht die Auswahl auf Grundlage objektiver Kriterien und zugleich strukturierte, standardisierte Gespräche, die die Vergleichbarkeit erhöhen.
Dafür braucht es ein wissenschaftlich validiertes Verfahren. KODE® hilft, Kompetenzen zu analysieren, zu visualisieren und vergleichbar zu machen – als nachhaltige Strategie gegen den Fachkräftemangel, für langfristige Bindung und für mehr Vielfalt in der Belegschaft.
In der kostenlosen IST-Analyse klären wir in 30 Minuten, was in Ihrer Organisation messbar werden soll und welcher Einstieg dazu passt.
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