Neues Fachbuch thematisiert Beratungskompetenzen
Für eine Langzeitstudie haben wir insgesamt ca. 15.000 Berater*innen gefragt, welche Beratungskompetenzen sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. …
WeiterlesenWie die Forschungsarbeit zu Beratungskompetenzen für Mediation, Coaching und Supervision gezeigt hat, ist Interventionskompetenz ein bedeutender Erfolgsfaktor. Sie führt zu Beratungshandeln, welches das selbstorganisierte kreative Handeln der Klient*innen ermöglicht, anregt und herausfordert, ohne diese dabei zu bevormunden oder zu überfordern.

Das Wichtigste auf einen Blick
Die Erkenntnisse diagnostischer Kompetenz verdichten sich zu Hypothesen. Im Handeln wird stets überprüft, ob das gedankliche Konstrukt zum Anliegen passt und zum angestrebten Mehrwert der Klient*innen beiträgt. Wenn eine Hypothese nicht weiterführt, muss diese restlos verworfen und eine neue gefunden werden. Es geht nicht darum, recht zu haben oder Fehleinschätzungen zu vermeiden, sondern um die Fähigkeit, nicht zutreffende Hypothesen zu erkennen und die Bereitschaft, mit Irrtümern richtig umzugehen. Ob und inwieweit Hypothesen zutreffen oder auch nicht, zeigen Interventionen über ihre Wirkung.
Beratungstätigkeit ist Kompetenzentwicklung pur. Das muss die Klient*in selbst leisten und kann nicht fremdvergeben werden. Die Berater*in ermöglicht den Entwicklungsprozess durch ihre Interventionen.
Eine Intervention in der Beratung soll möglichst die Bewertung der lebenspraktischen Herausforderung verändern oder einen stimmigeren Umgang damit bewirken. Gelegentlich werden dabei Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen in Kauf genommen. Ob eine Intervention tatsächlich einen erhofften Erfolg bringt und nachhaltig wirkt, kann immer erst nach ihrer Anwendung sicher festgestellt werden. Bei mehreren möglichen Interventionen ist eine nachvollziehbare Festlegung erforderlich. Dabei sind die zum Zeitpunkt der Entscheidung aktuelle Situationsbeurteilung, die Fachlichkeit, momentane Handlungsmöglichkeiten und zu erwartende Folgen plausibel und redlich gegenüberzustellen. An einer gewählten Intervention darf nicht stur festgehalten werden, wenn der Erfolg erkennbar ausbleibt.
Neben intendierten Interventionen gibt es ungewollte, unbewusste latente Interventionen. Allein die Anwesenheit einer Begleiter*in, ja bereits die Ankündigung, sie werde demnächst kommen, kann verursachen, dass Menschen anders als bisher mit ihren Nöten umgehen. Latente Interventionen können Ursachen für unerwartete Veränderungen, spontane Reaktionen oder auch Stillstand im Prozess sein.
Die Lösung merkt man am Verschwinden des Problems (nach Wittgenstein, Tractatus, Nr. 6.521). Kompetente professionelle Beratung oder Kompetenzentwicklung sind keine Magie, die etwas wegzaubern. Vielmehr regen sie an, die Veränderungswertigkeit von Situationen oder Zuständen zu reflektieren und die Bewertung eigener Handlungsoptionen vom Schwierigen und nahezu Unmöglichen zum Machbaren und Möglichen zu wandeln.
Dadurch verschwindet das Problem und die Klient*innen merken Lösung, indem sie trotz einer lebenspraktischen Herausforderung (die sie in die Beratung geführt hat) wieder selbstorganisiert kreativ handeln. Die Interventionskompetenz der Berater*in befähigt sie, bei den Klient*innen solche eigenen Prozesse der Kompetenzentwicklung anzuregen. Unsere Forschung konnte empirisch belegen, dass dazu eher personale und sozial-kommunikative Kompetenzen beitragen und weit weniger fachlich-methodische.
Das Buch „Beratungskompetenzen für Mediation, Coaching und Supervision“ erschien im November 2022 im Waxmann-Verlag. Zunächst war es zu einem vergünstigten Subskriptionspreis erhältlich, der den Erwerb für nur 24,00 Euro (statt 29,90 Euro) ermöglichte. Bestellungen nimmt der Verlag formlos unter order@waxmann.com entgegen.
Das Inhaltsverzeichnis des Buchs ist beim Verlag einsehbar.
Zu den Autor*innen gehören: Karl Kreuser, Karin Sonnleitner, Cristina Lenz, Sascha Ferz, Yvonne Hofstetter Rogger und Thomas Robrecht.
In der kostenlosen IST-Analyse klären wir in 30 Minuten, was in Ihrer Organisation messbar werden soll und welcher Einstieg dazu passt.
Weitere Beiträge

Für eine Langzeitstudie haben wir insgesamt ca. 15.000 Berater*innen gefragt, welche Beratungskompetenzen sie für ihre tägliche Arbeit benötigen. …
Weiterlesen
LinkedIn hat seine Datenpunkte ausgewertet und Personalentscheidende auf der ganzen Welt befragt. Herausgekommen ist ein Report mit 17 Prognosen zur Z…
Weiterlesen
Kompetenzentwicklung findet nur dann statt, wenn wir uns aus der Komfortzone wagen. Das 3-Zonen-Modell veranschaulicht, in welchem Zustand wir uns bef…
Weiterlesen
Der Newsletter bringt neue Beiträge, Praxisbeispiele und Termine – eine Ausgabe pro Monat, Abmeldung mit einem Klick.